Biografie

Foto: René Groebli, 1984


Die sogenannte Wirklichkeit ist das Ergebnis von Kommunikation
Paul Watzlawick

Steff Gruber (1953) wuchs in einer Zürcher Seegemeinde in einer Künstlerfamilie auf. Während und nach seiner Zeit am Gymnasium Juventus in Zürich besuchte er ab 1972 Filmvorlesungen und Filmkurse bei Martin Schlappner, Viktor Sidler, Georg Radanowicz, Walter Marti und Sebastian C. Schröder an der Universität Zürich, der ETH Zürich und an der F+F, Schule für Gestaltung. Während seines zweijährigen Studiums an der F+F, Schule für Gestaltung studierte er bei Doris Stauffer, Serge Stauffer, Hansjörg Mattmüller und Peter Jenny. Daneben arbeitete er als Pressefotograf für die Firma Keystone Press und als Kameraassistent bei den Kameramännern Hans-Peter Roth und Alex Jent.

Seit 1970 beschäftigt sich Gruber intensiv mit dem Thema Fotografie: er baute erste Schwarz-Weiss Fotolabore und schon bald professionell ausgerüstete Farblabore. Im Jahr 1974 studierte er ein Jahr «Mass Media Philosophy» an der University of Georgia in den USA, wo er auf den Maler, Filmemacher und Fotografen James Herbert traf. Diese Freundschaft hat Gruber nachhaltig geprägt und beeinflusst sein Schaffen bis heute.

Eine erste grosse Reise, die er zusammen mit dem britischen Kameramann Andy Humphreys unternahm, führte ihn von Georgia aus quer durch die USA und Nordmexiko bis nach Los Angeles. Dort arbeitete er 1975 für kurze Zeit als Assistent in der Film- und Videoproduktionsfirma US on Television im Stadtteil Venice. Die Firma produzierte in erster Linie Konzertmitschnitte. Die Nikon sowie eine Polaroid SX70-Sofortbild-Kamera waren seine treuen Begleiter. 1977 forschte er an neuen fotografischen Verfahren, die das Dia-Positiv mit dem Sofortbild fusionieren sollte. Er nannte dieses Diatypie. In den 1970er Jahren war Steff Gruber einer der ersten Filmemacher, die sich mit dem Genre Dokudrama beschäftigten. Seit 1978 arbeitet er als unabhängiger Filmemacher. International bekannt wurde er mit seinem Dokumentarfilm Location Africa, über die Dreharbeiten von Werner Herzog und Klaus Kinski zum Film Cobra Verde.

1984 begleitete er den US-amerikanischen Maler Sam Francis auf seiner Reise durch die Schweiz. Francis beschäftigte sich damals intensiv mit Leben und Werk von C.G. Jung und die beiden besuchten wichtige Örtlichkeiten und die damals noch lebenden Nachfahren von Jung.

Gruber unterrichtete an verschiedenen Schulen und Hochschulen, u.a. am Institut für Kommunikations-Design an der FH in Konstanz (D) Film, Video und elektronische Medien (1994-1997). 2012 gründete Gruber das Kulturmagazin TOX für Kunst, Fotografie, Film, Architektur und Literatur. Heute, 2019, ist das Thema Fotografie erneut ins Zentrum seines Lebens gerückt: Gruber befasst sich intensiv mit Street Photography. Im Weiteren beschäftigen ihn Fragen im Zusammenhang von «analog versus digital» und sein damaliges Verfahren, die Diatypie, die er heute wieder neu belebt.

Mit seinen Kunstprojekten SEXTOX.COM und webdesire.com untersucht er, meist mit sogenannten Bots, also voll automatisiert, das Internet auf Sexbilder, welche in veränderter Form dann Gegenstand seiner Kunstinstallationen werden.

Neben seinen verschiedenen Tätigkeiten leitet Gruber heute die Kulturwerbefirma ALIVE Media AG, die Filmproduktionfirma KINO.NET AG und ist im Verwaltungsrat der Eventmarketingfirma MODUL AG. Mit der ebenfalls von ihm gegründeten Gesellschaft WaveFactory beschäftigt er sich mit der Ausbreitung von Radiowellen und schreibt Fachartikel über Hochfrequenztechnik.